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Weiterbildungsordnung vom 02.12.2006


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Weiterbildungsordnung für Tierärzte
der Sächsischen Landestierärztekammer vom
2. Dezember 2006

(rechtsbereinigte Fassung einschließlich Dritter Satzung zur Änderung der Weiterbildungsordnung vom 2. Juni 2009)

Aufgrund der §§ 25 und 35 des Sächsischen Heilberufekammergesetzes (SächsHKaG) vom 24. Mai 1994 (SächsGVBl. S. 935), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 11. November 2005 (SächsGVBl. S. 277), hat die Kammerversammlung der Sächsischen Landestierärztekammer (im folgenden Text „Kammer“ bezeichnet) am 2. Dezember 2006 folgende Weiterbildungsordnung beschlossen:

Inhaltsübersicht

Erster Abschnitt
Allgemeines

§ 1 Ziel der Weiterbildung
§ 2 Bestimmung, Einführung und Aufhebung der Bezeichnungen von Gebieten und Bereichen
§ 3 Anerkennung und Führen von Bezeichnungen
§ 4 Rücknahme der Anerkennung und Untersagen des Führens von Bezeichnungen
§ 5 Anerkennung abweichender Weiterbildung
§ 6 Kosten
§ 7 Zuständigkeiten

Zweiter Abschnitt
Durchführung der Weiterbildung


§ 8 Inhalt, Dauer, zeitlicher Ablauf und sonstige Voraussetzungen der Weiterbildung
§ 9 Erteilung, Widerruf und Erlöschen der Befugnis zur Weiterbildung
§ 10 Zulassung und Widerruf der Zulassung als Weiterbildungsstätte
§ 11 Pflichten des befugten Tierarztes
§ 12 Erteilung von Zeugnissen über die Weiterbildung

Dritter Abschnitt
Durchführung der Prüfung

§ 13 Zulassung zur Prüfung
§ 14 Prüfungskommission
§ 15 Prüfung

Vierter Abschnitt
Übergangs- und Schlussbestimmungen

§ 16 Übergangs- und Schlussbestimmungen
§ 17 Gleichstellungsbestimmung
§ 18 Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Anlage
I. Gebiete

  1. Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  2. Anatomie
  3. Bakteriologie und Mykologie
  4. Epidemiologie
  5. Fische
  6. Fleischhygiene
  7. Geflügel
  8. Immunologie
  9. Innere Medizin der Klein- und Heimtiere
  10. Innere Medizin der Pferde
  11. Klein- und Heimtiere
  12. Kleine Wiederkäuer
  13. Kleintierchirurgie
  14. Klinische Laboratoriumsdiagnostik
  15. Lebensmittelhygiene
  16. Milchhygiene
  17. Öffentliches Veterinärwesen
  18. Parasitologie
  19. Pathologie
  20. Pferde
  21. Pferdechirurgie
  22. Pharmakologie und Toxikologie
  23. Physiologie
  24. Physiologische Chemie
  25. Radiologie
  26. Reproduktionsmedizin
  27. Rinder
  28. Schweine
  29. Tierärztliche Informatik und Dokumentation
  30. Tierernährung und Diätetik
  31. Tier- und Umwelthygiene
  32. Tierschutz
  33. Tropenveterinärmedizin
  34. Verhaltenskunde
  35. Versuchstierkunde
  36. Virologie
  37. Zoo-, Gehege- und Wildtiere

II. Bereiche

  1. Akupunktur
  2. Augenheilkunde
  3. Bienen
  4. Biologische Tiermedizin
  5. Dermatologie
  6. Gentechnologie bei Tieren
  7. Homöopathie
  8. Molekularbiologie
  9. Physikalische Therapie (Physiotherapie)
  10. Qualitäts- und Hygienemanagement im Lebensmittelbereich
  11. Reptilien
  12. Tierärztliche Betreuung von Pferdesportveranstaltungen
  13. Tiergesundheits- und Tierseuchenmanagement
  14. Tierverhaltenstherapie
  15. Wirtschaftsgeflügel
  16. Zahnheilkunde
  17. Zierfische
  18. Zier-, Zoo- und Wildvögel

Erster Abschnitt
Allgemeines

§ 1 Ziel der Weiterbildung
(1) Ziel der Weiterbildung ist es, Tierärzten nach Abschluss ihrer Berufsausbildung im Rahmen ihrer tierärztlichen Tätigkeit durch theoretische und praktische Unterweisung unter Anleitung dazu befugter Tierärzte eingehende Kenntnisse und Erfahrungen in den Gebieten und Bereichen zu vermitteln, für die neben der Berufsbezeichnung weitere Bezeichnungen geführt werden dürfen. Sie dient auch der Sicherung der Qualität tierärztlicher Berufsausübung. (2) Nach dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung erfolgt durch die Kammer die Anerkennung zum Führen einer Fachtierarztbezeichnung (Gebiet) oder Zusatzbezeichnung (Bereich) als Nachweis der durch die Weiterbildung erworbenen besonderen und anderen zusätzlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten.

§ 2 Bestimmung, Einführung und Aufhebung der Bezeichnungen von Gebieten und Bereichen
(1) Der Tierarzt kann sich in folgenden Gebieten weiterbilden und die Anerkennung zum Führen einer entsprechenden Fachtierarztbezeichnung erwerben:
  1. Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  2. Anatomie
  3. Bakteriologie und Mykologie
  4. Epidemiologie
  5. Fische
  6. Fleischhygiene
  7. Geflügel
  8. Immunologie
  9. Innere Medizin der Klein- und Heimtiere
  10. Innere Medizin der Pferde
  11. Klein- und Heimtiere
  12. Kleine Wiederkäuer
  13. Kleintierchirurgie
  14. Klinische Laboratoriumsdiagnostik
  15. Lebensmittelhygiene
  16. Milchhygiene
  17. Öffentliches Veterinärwesen
  18. Parasitologie
  19. Pathologie
  20. Pferde
  21. Pferdechirurgie
  22. Pharmakologie und Toxikologie
  23. Physiologie
  24. Physiologische Chemie
  25. Radiologie
  26. Reproduktionsmedizin
  27. Rinder
  28. Schweine
  29. Tierärztliche Informatik und Dokumentation
  30. Tierernährung und Diätetik
  31. Tier- und Umwelthygiene
  32. Tierschutz
  33. Tropenveterinärmedizin
  34. Verhaltenskunde
  35. Versuchstierkunde
  36. Virologie
  37. Zoo-, Gehege- und Wildtiere

(2) Der Tierarzt kann sich in folgenden Bereichen weiterbilden und die Anerkennung zum Führen einer entsprechenden Zusatzbezeichnung erwerben:

  1. Akupunktur
  2. Augenheilkunde
  3. Bienen
  4. Biologische Tiermedizin
  5. Dermatologie
  6. Gentechnologie bei Tieren
  7. Homöopathie
  8. Molekularbiologie
  9. Physikalische Therapie (Physiotherapie)
  10. Qualitäts- und Hygienemanagement im Lebensmittelbereich
  11. Reptilien
  12. Tierärztliche Betreuung von Pferdesportveranstaltungen
  13. Tiergesundheits- und Tierseuchenmanagement
  14. Tierverhaltenstherapie
  15. Wirtschaftsgeflügel
  16. Zahnheilkunde
  17. Zierfische
  18. Zier-, Zoo- und Wildvögel

(3) Weitere Bezeichnungen werden in die Weiterbildungsordnung aufgenommen, wenn dies im Hinblick auf die wissenschaftliche Entwicklung der Tiermedizin oder auf eine angemessene Versorgung und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung oder für eine qualitätsgerechte Betreuung der Nutz- und Heimtiere und im Interesse der praktischen Wahrnehmung des Berufes erforderlich ist.
(4) Die in der Weiterbildungsordnung enthaltenen Bezeichnungen sind aufzuheben, wenn die Voraussetzungen gemäß Absatz 3 nicht mehr vorliegen und Recht der Europäischen Union der Aufhebung nicht entgegensteht.

§ 3 Anerkennung und Führen von Bezeichnungen
(1) Bezeichnungen nach § 2 Abs. 1 und 2 darf nur führen, wer nach abgeschlossener Weiterbildung die Anerkennung durch die Kammer erhalten hat. Das Führen der Bezeichnung nach § 2 Abs. 1 und 2 ist an die Einhaltung der allgemeinen Berufspflichten nach § 3 Abs. 4 Berufsordnung gebunden.
(2) Die Anerkennung setzt einen schriftlichen Antrag voraus, dem alle für die Weiterbildung geforderten Zeugnisse und Nachweise beizufügen sind. Über den Antrag auf Anerkennung zum Führen einer Fachtierarzt- oder Zusatzbezeichnung entscheidet die Kammer anhand der vorgelegten Unterlagen und nach dem Ergebnis einer mündlichen Prüfung vor der Prüfungskommission der Kammer.
(3) Abweichend von Absatz 1 erteilt die Kammer die Anerkennung für das Gebiet „Öffentliches Veterinärwesen” gemäß § 26 Abs. 3 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie über die Ausbildung und Prüfung für den höheren veterinärmedizinischen Verwaltungsdienst sowie die Weiterbildung auf dem Gebiet des Öffentlichen Veterinärwesens (SächsVethDAPWO) vom 24. Juli 2001 (SächsGVBl. S. 478), geändert durch Artikel 50 der Verordnung vom 10. April 2003 (SächsGVBl. S. 94, 99), wenn vom Antragsteller nachgewiesen wird:
  1. das Bestehen der Prüfung für den höheren veterinärmedizinischen Verwaltungsdienst und
  2. eine nach Bestehen dieser Prüfung ausgeübte zweijährige Tätigkeit im Veterinärverwaltungsdienst; Zeiten einer ausschließlichen Tätigkeit in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung sind nicht anrechnungsfähig.
Bei Vorliegen abweichender Weiterbildungsnachweise erfolgt die Anerkennung nach Anhörung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales.
(4) Abweichend von Absatz 2 kann die Kammer im Ausnahmefall auf die Durchführung einer Prüfung für den Erwerb einer Zusatzbezeichnung verzichten.
(5) Die Kammer stellt nach Abschluss des Anerkennungsverfahrens eine Urkunde über das Recht zum Führen einer Bezeichnung nach § 2 Abs. 1 und 2 aus.



§ 4 Rücknahme der Anerkennung und Untersagen des Führens von Bezeichnungen
(1) Die Anerkennung einer Bezeichnung nach § 2 Abs. 1 und 2 kann zurückgenommen werden, wenn im Nachhinein festgestellt wird, dass die für die Anerkennung erforderlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren.
(2) Bei wiederholtem und schwerem Nichteinhalten der Berufspflichten nach § 3 Abs. 4 Berufsordnung kann das Führen einer Bezeichnung nach § 2 Abs. 1 und 2 vom Vorstand solange untersagt werden, bis die vom Weiterbildungsausschuss erteilten Auflagen erfüllt worden sind.
(3) Vor der Entscheidung der Kammer über die Rücknahme ist der Betroffene zu hören.

§ 5 Anerkennung abweichender Weiterbildung
(1) Die Anerkennung einer von § 8 Abs. 2 i. V. m. der Anlage abweichenden Weiterbildung erfolgt nach Maßgabe von § 20 Abs. 5 bis 10 SächsHKaG.
(2) Als gleichwertige Weiterbildung wird die bei den European und American Colleges erworbene Qualifikation als Diplomate bei Vorlage des Zertifikates anerkannt und berechtigt zur Führung der adäquaten Bezeichnung gemäß Anlage. Der Titel des Diplomate darf ferner gleichberechtigt geführt werden.


§ 6 Kosten
Die Erhebung von Gebühren und Auslagen für die Anerkennungen nach §§ 3 und 5 sowie die Bearbeitung von Widersprüchen gemäß § 13 Abs. 3 und § 15 Abs. 8 richtet sich nach der Gebührenordnung der Kammer.


§ 7 Zuständigkeiten
(1) Die Aufgaben der Kammer im Sinne dieser Weiterbildungsordnung nimmt grundsätzlich der Vorstand der Kammer wahr, soweit nichts anderes bestimmt ist. (2) Der Vorstand der Kammer kann zu § 8 und § 9 Ausführungshinweise erlassen.




Zweiter Abschnitt
Durchführung der Weiterbildung

§ 8 Inhalt, Dauer, zeitlicher Ablauf und sonstige Voraussetzungen der Weiterbildung
(1) Mit der Weiterbildung kann der Kammerangehörige erst nach Erteilung der Approbation als Tierarzt oder der Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufes beginnen. Die Weiterbildung hat sich auf die Vermittlung und den Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten der in der Anlage zur Weiterbildungsordnung festgelegten Anforderungen zu erstrecken.
(2) Inhalt und Dauer der Weiterbildung richten sich nach den Bestimmungen der Anlage zur Weiterbildungsordnung. Die dort angegebenen Weiterbildungsinhalte und -zeiten sind Mindestanforderungen. Tätigkeitsabschnitte unter sechs Monaten können nur dann auf die Weiterbildungszeit angerechnet werden, wenn dies in der Anlage zur Weiterbildungsordnung vorgesehen oder auf Antrag als Einzelfallentscheidung durch die Kammer genehmigt worden ist. Unterbrechungen der Weiterbildung infolge Krankheit, Schwangerschaft, Sonderbeurlaubung, Wehrdienst oder aus anderen wichtigen Gründen von insgesamt mehr als sechs Wochen im Kalenderjahr können nicht auf die Weiterbildungszeit angerechnet werden.
(3) Die Mindestweiterbildungszeit für Gebiete beträgt vier Jahre und für Bereiche zwei Jahre, soweit dies in der Anlage zur Weiterbildungsordnung nicht anders geregelt ist. Die Weiterbildungszeiten verlängern sich auf Antrag, wenn die Weiterbildungsinhalte in der Mindestzeit nicht erarbeitet werden können. Die Dauer der Weiterbildung soll in der Regel sechs Jahre nicht überschreiten.
(4) Die Weiterbildung ist vor Beginn der Kammer schriftlich anzuzeigen.
(5) Die Weiterbildung ist in der Regel ganztägig durchzuführen. Abweichungen davon bedürfen der Genehmigung durch die Kammer. Die Weiterbildung in Teilzeit ist anzurechnen, wenn sie mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt. Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend.
(6) Die Weiterbildung muss unter verantwortlicher Leitung von zur Weiterbildung befugten Tierärzten in zugelassenen Weiterbildungsstätten erfolgen. Die Weiterbildung ist zwischen dem sich Weiterbildenden und dem zur Weiterbildung Befugten in einer schriftlichen Vereinbarung zu regeln.
(7) Während der Weiterbildung soll der sich Weiterbildende die Weiterbildungsstätte und/oder den Befugten einmal wechseln. Er hat die Ableistung der vorgesehenen Weiterbildungsinhalte zu dokumentieren.
(8) Abweichend von Absatz 6 kann auf Antrag die Weiterbildung ausnahmsweise in eigener Niederlassung, als angestellter Tierarzt in einer Praxis oder als angestellter oder beamteter Tierarzt im öffentlichen Dienst oder einer sonstigen Einrichtung auch dann unter verantwortlicher Leitung eines befugten Tierarztes durchgeführt werden, wenn dieser nicht direkt in der Arbeitsstätte des sich Weiterbildenden tätig ist. In diesen Ausnahmefällen soll der Befugte nicht mehr als zwei sich Weiterbildende gleichzeitig betreuen.
(9) Die Weiterbildung in eigener Niederlassung bedarf der Genehmigung durch die Kammer. Die Genehmigung ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

  • Der Leistungsumfang der Praxis des Antragstellers muss dem einer zugelassenen Weiterbildungsstätte entsprechen.
  • Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend der Festlegungen in der Anlage zur Weiterbildungsordnung.
  • Der Antragsteller muss einen Leistungskatalog erfüllen und im vorgeschriebenen Umfang an Weiterbildungskursen für das Gebiet teilnehmen
(10) Für die Anerkennung mehrerer Bezeichnungen können Weiterbildungszeiten, die bereits für eine Gebiets- oder Zusatzbezeichnung anerkannt wurden und nicht länger als sechs Jahre zurück liegen, auf Antrag bei der Kammer für inhaltlich verwandte Gebiete und Bereiche im Umfang von höchstens einem Jahr angerechnet werden, sofern in der Anlage zur Weiterbildungsordnung nichts anderes bestimmt ist.
(11) Die Kammer kann hinsichtlich Inhalt und Zeit der Weiterbildung Ausnahmen zulassen, wenn diese mit den Zielen der Weiterbildung vereinbar sind.
(12) Ändern sich Dauer und Inhalt der Weiterbildung durch Änderung der Weiterbildungsordnung im Laufe einer bereits begonnenen Weiterbildung, so kann die Weiterbildung nach den vor Inkrafttreten der neuen Regelung geltenden Vorschriften abgeschlossen werden.
(13) Anrechnungsfähig sind fachbezogene wissenschaftliche Originalarbeiten (Publikationen) in anerkannten Fachzeitschriften, die als Erstautor publiziert worden sind. Sofern mehr als zwei Publikationen vorzulegen sind, entfällt für die dritte und jede weitere Publikation die Festlegung von Satz 1. Bei Vorlage von mehr als zwei Publikationen ist anstelle einer Publikation der Nachweis eines fachbezogenen wissenschaftlichen Vortrages oder eines Posters zu Fachkongressen unter Beifügung einer gutachterlichen Stellungnahme anrechnungsfähig. Sofern der Vortrag als Abstract in einer anerkannten Fachzeitschrift publiziert worden ist, entfällt die gutachterliche Stellungnahme.

§ 9 Erteilung, Widerruf und Erlöschen der Befugnis zur Weiterbildung
(1) Die Befugnis zur Weiterbildung kann nur erteilt werden, wenn der Tierarzt fachlich und persönlich geeignet ist. Der Tierarzt, der für ein Gebiet oder Bereich zur Weiterbildung befugt wird, muss auf seinem Gebiet bzw. Bereich umfassende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten besitzen, die ihn befähigen, eine gründliche Weiterbildung zu vermitteln. Die Befugnis kann nur für ein Gebiet oder einen Bereich erteilt werden, dessen Bezeichnung der Tierarzt führt.
(2) Über die Erteilung der Weiterbildungsbefugnis entscheidet die Kammer auf Antrag.
(3) Ändern sich die für die Erteilung der Befugnis maßgebend gewesenen Voraussetzungen hinsichtlich beruflicher Tätigkeit, Struktur, Aufgabenstellung und Größe der Weiterbildungsstätte, so hat der befugte Tierarzt dies der Kammer unverzüglich mitzuteilen.
(4) Die Befugnis ist mit dem Vorbehalt des Widerrufs zu versehen. Die Befugnis zur Weiterbildung ist zu widerrufen, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind oder die Verpflichtungen gemäß § 11 ganz oder teilweise nicht erfüllt werden. Die Befugnis kann auch widerrufen werden, wenn der befugte Tierarzt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fähig ist oder sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit oder Unwürdigkeit zur Weiterbildung ergibt.
(5) Mit der Beendigung der Tätigkeit eines befugten Tierarztes an der Weiterbildungsstätte oder mit der Aufgabe seiner Niederlassung erlischt seine Befugnis zur Weiterbildung.

§ 10 Zulassung und Widerruf der Zulassung als Weiterbildungsstätte
(1) Auf Antrag erfolgt die Zulassung als Weiterbildungsstätte durch die Kammer. Die Zulassung setzt voraus, dass:

  • mindestens ein befugter Tierarzt tätig ist,
  • Personal und Ausstattung vorhanden sind, die den zeitgemäßen Erfordernissen der veterinärmedizinischen Entwicklung Rechnung tragen und
  • Patienten, Probenumfang und Aufgaben in so ausreichender Zahl und Art vorhanden sind, wie es dem Ziel der Weiterbildung dienlich ist.
(2) Die Kammer führt ein Verzeichnis der zugelassenen Weiterbildungsstätten, getrennt nach Gebieten und Bereichen.
(3) Der Widerruf der Zulassung von Weiterbildungsstätten erfolgt durch die Kammer, wenn die Voraussetzungen gemäß Absatz 1 nicht mehr gegeben sind.

§ 11 Pflichten des befugten Tierarztes
(1) Der befugte Tierarzt ist verpflichtet, die Weiterbildung persönlich zu leiten und sie zeitlich und inhaltlich entsprechend den Bestimmungen des SächsHKaG und dieser Weiterbildungsordnung zu gestalten.
(2) Der befugte Tierarzt ist nach Maßgabe der Berufsordnung über die allgemeine Fortbildungspflicht hinaus verpflichtet, an Fortbildungsveranstaltungen in dem Gebiet oder Bereich teilzunehmen, auf die sich die Befugnis bezieht. Der Mindestumfang beträgt danach 20 Stunden pro Jahr. Die Erfüllung ist der Kammer auf Anforderung nachzuweisen.
(3) Der befugte Tierarzt hat dem sich Weiterbildenden auf Verlangen nach Ablauf eines jeden Weiterbildungsjahres dessen Dokumentation der abgeleisteten Weiterbildungsinhalte gemäß § 8 Abs. 7 Satz 2 zu bestätigen.

§ 12 Erteilung von Zeugnissen über die Weiterbildung
(1) Der Befugte hat dem sich Weiterbildenden über die unter seiner Verantwortung abgeleistete Weiterbildungszeit ein ausführliches Zeugnis auszustellen. Diese Pflicht gilt auch nach Widerruf oder Erlöschen der Befugnis fort.
(2) Das Zeugnis muss im einzelnen Angaben enthalten über:

  • die Dauer der abgeleisteten Weiterbildungszeit sowie Unterbrechungen der Weiterbildung durch Krankheit, Schwangerschaft, Sonderbeurlaubung, Wehrdienst oder ähnliche Gründe,
  • die in dieser Weiterbildungszeit im einzelnen vermittelten und erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten,
  • die besonderen Verrichtungen entsprechend des Leistungskatalogs nach der Anlage zur Weiterbildungsordnung
  • die fachliche und persönliche Eignung als Fachtierarzt oder zum Führen der Zusatzbezeichnung.

(3) Auf Antrag des sich Weiterbildenden oder auf Anforderung durch die Kammer ist innerhalb von drei Monaten, bei Ausscheiden des sich Weiterbildenden aus der Weiterbildungsstätte jedoch unverzüglich, ein Zeugnis gemäß Absatz 2 auszustellen.

Dritter Abschnitt
Durchführung der Prüfung

§ 13 Zulassung zur Prüfung
(1) Die Zulassung zur Prüfung gemäß § 3 Abs. 2 Satz 2 muss bei der Kammer schriftlich innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung der Weiterbildung beantragt werden.
(2) Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet die Kammer.
(3) Eine Ablehnung des Antrages auf Zulassung zur Prüfung ist dem Antragsteller mit einem Bescheid zu begründen. Legt der Antragsteller gegen den Bescheid Widerspruch ein, entscheidet darüber die Kammer.
(4) Die Prüfungskommission setzt den Prüfungstermin fest. Die zuständige Aufsichtsbehörde sowie der Antragsteller werden von der Geschäftsstelle darüber schriftlich mit einer Frist von mindestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin benachrichtigt.

§ 14 Prüfungskommission
(1) Die Kammer bildet Prüfungskommissionen gemäß § 20 Abs. 2 SächsHKaG.
(2) Die Bestellung der Prüfungskommissionen und ihrer Vorsitzenden erfolgt durch die Kammer. Jeder Prüfungskommission gehören mindestens drei Tierärzte an, von denen zwei die zu prüfende Fachtierarzt- und/oder Zusatzbezeichnung besitzen müssen. Die Aufsichtsbehörde kann ein weiteres Mitglied bestellen. Die Prüfung kann auch bei Abwesenheit dieses Mitgliedes durchgeführt werden.
(3) In die Prüfungskommissionen können auch Tierärzte anderer Bundesländer bestellt werden, die die Anerkennung für das betreffende Gebiet oder den betreffenden Bereich besitzen.
(4) Die Kammer kann andere Tierärztekammern beauftragen, die Prüfung durchzuführen. Die Zulassung zur Prüfung und Anerkennung der erfolgreichen Weiterbildung des Antragstellers im Falle einer Prüfung außerhalb des Kammerbereiches erfolgen jedoch durch die zuständige Kammer.
(5) Die Prüfungskommission beschließt mit einfacher Stimmenmehrheit. Eine Stimmenthaltung ist ausgeschlossen. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
(6) Die Mitglieder der Prüfungskommission entscheiden unabhängig und sind an Weisungen nicht gebunden.

§ 15 Prüfung
(1) Die Prüfung wird als Einzelprüfung durchgeführt, sie dauert in der Regel mindestens eine Stunde. Sie ist nicht öffentlich.
(2) Über die Prüfung ist eine Niederschrift anzufertigen. Darin sind anzugeben:

  • die Besetzung der Prüfungskommission,
  • der Name des Geprüften,
  • der Prüfungsgegenstand,
  • die gestellten Fragen und Vermerke über deren Beantwortung,
  • Ort, Beginn und Ende der Prüfung und
  • im Fall des Nichtbestehens der Prüfung die gegebenenfalls von der Prüfungskommission aufgegebenen Auflagen über den Inhalt der zusätzlichen Weiterbildung. Die Niederschrift ist von den anwesenden Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterzeichnen.

(3) Der Vorsitzende der Prüfungskommission teilt dem Geprüften und dem Vorstand der Kammer das Ergebnis der Prüfung mit. Das Nichtbestehen wird dem Prüfungsteilnehmer sofort mündlich begründet.
(4) Wird die Prüfung nicht bestanden, verlängert sich die vorgeschriebene Weiterbildungszeit grundsätzlich um ein Jahr. Abweichend davon kann die Kammer auf Antrag des sich Weiterbildenden die festgelegte Verlängerung der Weiterbildungszeit nachträglich ändern, wenn hierfür sachliche Gründe bestehen. Die erneute Zulassung zur Prüfung kann mit fachlichen Auflagen verbunden werden.
(5) Eine nicht bestandene Prüfung kann mehrmals wiederholt werden. Für die Wiederholungsprüfungen wird die Prüfungskommission um ein stimmberechtigtes Mitglied gemäß § 14 Abs. 2 erweitert.
(6) Wenn der zu Prüfende der Prüfung ohne ausreichenden Grund fernbleibt oder sie ohne ausreichenden Grund abbricht, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
(7) Bei Nichtbestehen der Prüfung erteilt die Kammer dem Geprüften einen Bescheid einschließlich der von der Prüfungskommission erteilten Auflagen gemäß Absatz 4.
(8) Legt der Geprüfte gegen den Bescheid Widerspruch ein, entscheidet darüber die Kammer.

Vierter Abschnitt
Übergangs- und Schlussbestimmungen

§ 16 Übergangs- und Schlussbestimmungen
(1) Die bisher ausgesprochenen Anerkennungen zum Führen von Gebiets- und Zusatzbezeichnungen bleiben gültig. Sie sind nach Maßgabe von § 3 zu führen. Sie unterliegen der Regelung nach § 4 Abs. 2 ab dem 1. Januar 2009.
(2) Auf Antrag kann die Kammer dem Inhaber einer Bezeichnung nach vorherigem Recht das Führen einer Bezeichnung nach dieser Weiterbildungsordnung gestatten, wenn die frühere Weiterbildung als gleichwertig anerkannt wird. Ein Antrag nach Satz 1 kann nur innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung gestellt werden.
(3) Tierärzte, die sich bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung in der Weiterbildung befinden, können die Weiterbildung nach den bisher geltenden Bestimmungen abschließen.

§ 17 Gleichstellungsbestimmung
Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Weiterbildungsordnung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

§ 18 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Diese Weiterbildungsordnung tritt nach ihrer Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde am Tage nach ihrer Veröffentlichung im „Deutschen Tierärzteblatt” in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Weiterbildungsordnung der Kammer vom 28. August 1996 (DTBl. 10/1996 S. 1007), zuletzt geändert durch die 14. Satzung zur Änderung vom 10. Dezember 2005 (DTBl. 4/2006 Einhefter) außer Kraft.

zur Anlage der Weiterbildungsordnung


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